Technische Geheimnisse des Wölfle gelüftet / Feuerwehr-Altersmannschaften aus 16 Abteilungen vor Ort
Welche technischen Komponenten gibt es im Wölfle? Wie ist das Rohrsystem des Freibads gestaltet? Was steuert der Betriebsstellenleiter mittels des großen Schaltschranks? Diese und viele andere Geheimnisse der für den normalen Besucher verborgenen Technikwelt des Freibads Wolfartsweier lüfteten sich am Mittwoch, 13. Mai 2026, für über 70 Feuerwehrleute aus Karlsruhe. Die Altersmannschaften von 16 Abteilungen der Karlsruher Feuerwehr erfuhren an diesem kühlen und regnerischen Tag bei einem Blick hinter die Kulissen des ehrenamtlich geführten Freibads viel über die aufwändige und komplexe Maschinerie des Wölfle. Christa Grafmüller-Hell, Vorsitzende des Fördervereins Freibad Wolfartsweier freute sich sehr über das große Interesse der Feuerwehrleute aus allen Karlsruher Stadtteilen. Sie führte die fachkundigen Besucher zu den einzelnen Technikräumen, die sich zum Beispiel unter dem Kinderplanschbecken oder im Seitengebäude im unteren Abschnitt des Freibadgeländes befinden.
Die Feuerwehrleute zeigten sich sehr angetan vom Engagement des Freibadvereins, konnten sie doch als Technikexperten sehr gut einschätzen, wie viel Arbeit und Sorgfalt hinter dem seit 2002 vereinsbetriebenen Wölfle stecken. Alle Feuerwehrleute sind über 65 Jahre und nach langjährigem Dienst in den Wehren der Fächerstadt Mitglieder der Altersmannschaften. Diese Gemeinschaft wird jeweils von einem Obmann geleitet. Alle zusammen treffen sich mehrmals im Jahr zu Zusammenkünften und Veranstaltungen. Dazu gehört auch ein Mal im Jahr eine Betriebsbesichtigung, welche 2026 eben im Wölfle-Bad stattfand.
Mit dem Freibad Wölfle fühlen sich die Karlsruher Feuerwehrleute traditionell sehr verbunden, zumal sie auf eine gemeinsame Geschichte zurück blicken. Das Freibad Wölfle geht auf Planungen von 1928 zurück. Die Gemeinde Wolfartsweier initiierte die Anlegung eines Brandweihers und beantragte öffentliche Mittel aus einem Programm zu Notstandsarbeiten. Das Löschwasser des Brandweihers sollte für einen bis zu 20 Stunden andauernden Feuerwehreinsatz ausreichen; 1935 erfolgte die Einweihung als Brandweiher und Freibad. Nach Kriegsende rückte die US-Armee 1945 in Wolfartsweier ein. Die erste Amtshandlung der Amerikaner vor Ort war die Beschlagnahmung des außer Betrieb befindlichen Freibads. Als die Pumpen zur Füllung des Beckens versagten, ließen die amerikanischen Soldaten das Becken durch die freiwillige Feuerwehr Wolfartsweier füllen, indem diese Wasser über Schlauchleitungen von der Munitionsfabrik Zündhütle bis ans Ortsende zum Freibad pumpte. Die bei dieser Aktion beschädigten Feuerwehrschläuche bezahlten die Amerikaner. Und wäre das Wölfle auch heute noch als Brandweiher geeignet? Die Feuerwehrleute der Altersmannschaften müssen an diesem 13. Mai 2026 auf diese Frage nicht lange nachdenken: Ja, klar, in einer Notsituation verfüge ein solches Becken über ein sehr großes Wasserreservoir – etwa für einen Rieseneinsatz auf der nahen Autobahn oder bei einem großflächigen Waldbrand.